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Rückstauklappe einbauen: Wann sie erlaubt ist, wie sie liegen muss und was DIN EN 13564 vorgibt

5. November 2026· 17 Min. Lesezeit
KI-generiertes Bild: Aufgestemmter Kellerboden mit offen liegender Grundleitung, darin ein waagerecht eingesetzter Rückstauverschluss mit Revisionsdeckel und daneben liegender Wasserwaage

Eine Rückstauklappe ist im Handel rasch besorgt, darf aber längst nicht überall eingesetzt werden. Sitzt sie an der falschen Stelle, bleibt der Schutz aus, und im ungünstigsten Fall läuft der Keller mit dem eigenen Abwasser voll. Entscheidend sind drei Punkte: Befindet sich die Ablaufstelle unterhalb der Rückstauebene und fließt das Wasser dennoch im Gefälle zum Kanal? Welcher Typ nach DIN EN 13564 ist geeignet? Und an welcher Stelle wird die Klappe eingebaut?

Was kann eine Rückstauklappe – und wo stößt sie an ihre Grenzen?

Von Rückstau spricht man, wenn im öffentlichen Kanal mehr Wasser ankommt, als abfließen kann. Häufigster Auslöser ist Starkregen, möglich sind aber auch Verstopfungen oder Bauarbeiten am Kanalnetz. Das Wasser drückt dann zurück in die Anschlussleitungen des Hauses und steigt so lange, bis es einen Ausgang findet. Dieser tiefste Punkt befindet sich nahezu immer im Untergeschoss, etwa der Bodenablauf oder das Keller-WC. Kanal und Hausinstallation funktionieren nach dem Prinzip verbundener Gefäße. Dass eine Ablaufstelle etwas höher liegt als der Kanal, schützt daher nicht. Es zählt einzig, bis zu welcher Höhe das Wasser im Kanal ansteigen kann.

Die Rückstauklappe, in der Fachsprache Rückstauverschluss genannt, wird in die Abwasserleitung eingesetzt und lässt Wasser nur in eine Richtung passieren. Im Alltag drückt das abfließende Abwasser die Klappe auf. Staut sich Wasser aus dem Kanal zurück, presst es die Klappe zu. Die für den Keller zulässigen Typen haben zusätzlich einen Notverschluss, der sich von Hand schließen lässt. Zuverlässig arbeitet die Klappe als mechanisches Bauteil aber nur, wenn sie auf das Abwasser abgestimmt ist, in korrekter Richtung und Lage am passenden Ort eingebaut wurde und regelmäßig gewartet wird.

Was ist die Rückstauebene und warum kommt es auf sie an?

Als Rückstauebene bezeichnet man die Höhe, bis zu der Abwasser im Rückstaufall höchstens steigen kann. Üblicherweise wird dafür die Straßenoberkante an der Anschlussstelle angesetzt, es sei denn, die örtliche Entwässerungssatzung bestimmt etwas anderes. Liegt die Öffnung einer Ablaufstelle tiefer als diese Linie, ist sie durch Rückstau gefährdet und muss abgesichert werden. Das gilt keineswegs nur für typische Keller. Auch Souterrainwohnungen oder abgesenkte Garagen befinden sich häufig unterhalb der Rückstauebene.

Es empfiehlt sich, die Satzung nachzulesen. In den Entwässerungssatzungen von Gemeinden und Abwasserzweckverbänden steht meist, dass der Eigentümer des Grundstücks selbst für den Rückstauschutz zu sorgen hat. Entstehen Schäden, weil eine Sicherung fehlt oder nicht funktioniert, muss der Kanalbetreiber in der Regel nicht einstehen. Auch die Gebäudeversicherung erkundigt sich nach einem Wasserschaden im Keller oft, ob eine funktionierende Rückstausicherung eingebaut war. Irgendeine Klappe in der Leitung genügt dafür nicht. Sie muss zulässig eingebaut sein, und die Wartung muss sich belegen lassen.

Ist jedes Wasser im Keller ein Rückstau?

Im Süden von Leipzig, auch in der Gegend um Zwenkau, spielt der Grundwasserstand seit dem Ende des Braunkohletagebaus in einigen Lagen eine Rolle. Häufig wird das mit Rückstau verwechselt. Dringt Wasser durch Wände oder Bodenplatte ein, ist eine Rückstauklappe wirkungslos. In diesem Fall geht es um die Abdichtung des Hauses oder um eine Drainage. Tritt das Wasser hingegen aus Bodenablauf, Dusche oder WC im Keller aus, spricht das für Rückstau aus dem Kanal oder für eine Verstopfung in der Grundleitung. Diese Frage muss zuerst geklärt sein, bevor es um Bauteile geht.

Welche Normen sind maßgeblich: DIN EN 13564, DIN 1986-100, DIN EN 12056 und DIN EN 752?

Wer sich einliest, trifft auf mehrere Normen, die auf den ersten Blick dasselbe zu regeln scheinen. In Wahrheit klärt jede eine eigene Frage. Nützlich ist es, die Zuständigkeiten zu kennen. So lassen sich Angebote und Herstellerangaben leichter beurteilen.

Was regelt DIN EN 13564-1 für Rückstauverschlüsse?

Bei der DIN EN 13564-1 handelt es sich um eine Produktnorm. Sie bestimmt, welche Anforderungen Rückstauverschlüsse in Gebäuden erfüllen müssen, und ordnet sie verschiedenen Typen zu. Diese Typen unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht: in der Zahl der Verschlüsse, darin, ob sie von selbst oder mit Fremdenergie (elektrisch) schließen, ob ein Notverschluss vorhanden ist und ob sie für eine waagerechte Leitung oder einen Bodenablauf gedacht sind. Wo es eingebaut werden darf, legt sie nicht fest. Darum kümmert sich die Planungsnorm.

Rückstauverschlüsse nach DIN EN 13564-1 im Überblick

TypAufbauEinsatz nach DIN 1986-100
Typ 0Für waagerechte Leitungen, ein selbsttätiger Verschluss, kein NotverschlussNicht für den Rückstauschutz von Schmutzwasser-Abläufen im Keller vorgesehen, nur Sonderfälle
Typ 1Für waagerechte Leitungen, ein selbsttätiger Verschluss und ein Notverschluss (können kombiniert sein)Nur eingeschränkt, etwa bei bestimmten Regenwasserleitungen
Typ 2Für waagerechte Leitungen, zwei selbsttätige Verschlüsse und ein NotverschlussFäkalienfreies Abwasser
Typ 3Für waagerechte Leitungen, fremdenergiebetätigter Verschluss mit Sensor und ein unabhängiger NotverschlussFäkalienfreies Abwasser; mit Kennzeichnung F auch fäkalienhaltiges Abwasser
Typ 4 und 5Rückstauverschlüsse für den Einbau in BodenabläufeFäkalienfreies Abwasser

Vereinfachte Darstellung. Verbindlich sind der Normtext, die Angaben des Herstellers und die örtliche Satzung.

Was legen DIN EN 12056 und DIN 1986-100 für die Planung fest?

Die DIN EN 12056 behandelt Schwerkraftentwässerungsanlagen im Inneren von Gebäuden, ihr Teil 4 widmet sich Abwasserhebeanlagen. Für Deutschland konkretisiert die DIN 1986-100 diese europäischen Vorgaben mit genauen Planungsregeln. Sie legt fest, unter welchen Voraussetzungen ein Rückstauverschluss zulässig ist, welcher Typ zu welchem Abwasser passt und wann eine Abwasserhebeanlage an seine Stelle treten muss. Für Hausbesitzer ist deshalb die DIN 1986-100 die entscheidende Norm. Nach ihr richtet sich, ob eine handelsübliche Klappe für den eigenen Keller überhaupt geeignet ist.

Welche Rolle spielt DIN EN 752 außerhalb des Hauses?

Die DIN EN 752 betrifft Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden, also Leitungen auf dem Grundstück und jenseits davon. Für die Rückstauklappe wird sie relevant, wenn die Grundleitung teilweise außerhalb des Hauses liegt oder der Rückstauverschluss in einem Schacht vor dem Gebäude untergebracht ist. Zudem macht sie verständlich, weshalb öffentliche Kanäle nicht auf jeden erdenklichen Regen ausgelegt sind. Dass das Wasser hin und wieder bis zur Rückstauebene steigt, ist in der Planung bewusst berücksichtigt. Vor genau diesem Szenario muss jedes Gebäude selbst geschützt sein.

Ist die Klappe eingebaut, kommen zwei weitere Regelwerke ins Spiel: DIN 1986-3 für Betrieb und Wartung und die Normen zur Leitungsprüfung, zum Beispiel DIN EN 1610 für neu verlegte Teilstücke.

Unter welchen Voraussetzungen ist eine Rückstauklappe erlaubt?

Eine generelle Erlaubnis für Rückstauverschlüsse enthält die DIN 1986-100 nicht. Zulässig sind sie nur, wenn mehrere Voraussetzungen zugleich vorliegen. Ist auch nur eine nicht erfüllt, führt der richtige Weg zur Abwasserhebeanlage. Geprüft werden sollte das, bevor der Kellerboden aufgestemmt wird.

  • Gefälle zum Kanal: Das Abwasser der abgesicherten Ablaufstelle läuft mit natürlichem Gefälle in den öffentlichen Kanal.
  • Untergeordnete Nutzung: Ein Rückstau gefährdet weder nennenswerte Sachwerte noch die Gesundheit der Bewohner.
  • Kleiner Nutzerkreis mit Ausweich-WC: Nur wenige Personen verwenden die Ablaufstellen, und oberhalb der Rückstauebene gibt es ein WC.
  • Verzicht ist zumutbar: Solange die Klappe geschlossen bleibt, kommt man ohne die Ablaufstellen im Keller aus.

Wie kann eine Ablaufstelle unter der Rückstauebene liegen und trotzdem Gefälle haben?

Gerade diese Voraussetzung sorgt oft für Verwirrung, weil sie sich auf zwei unterschiedliche Höhen bezieht. Die Ablaufstelle befindet sich unterhalb der Rückstauebene, andernfalls müsste sie nicht gesichert werden. Zugleich liegt sie höher als die Sohle der Grundleitung dort, wo diese an den Kanal anschließt, damit das Wasser ohne Pumpe abfließt. Eine Rückstauklappe verschließt lediglich und kann Wasser nicht nach oben befördern. Befindet sich der Bodenablauf unterhalb des Abgangs zum Kanal, bleibt nur die Hebeanlage.

Klären lässt sich das anhand von Höhenwerten. Die Sohlhöhe des öffentlichen Kanals am Anschlusspunkt teilt Ihnen meist der Kanalbetreiber mit. Wo die eigene Grundleitung verläuft, zeigen Bestandspläne, ein Revisionsschacht oder eine Kanal-TV-Inspektion mit Ortung. Ebenso wichtig: Beim Einbau darf das Gefälle nicht verloren gehen. Ein Rückstauverschluss bringt eine eigene Baulänge und Bauhöhe mit. In einer Leitung mit geringem Gefälle darf er weder eine Stufe noch ein Gegengefälle verursachen. Andernfalls bleibt Wasser stehen, und Ablagerungen verstopfen die Klappen.

Was versteht man im Alltag unter „untergeordneter Nutzung“?

Als untergeordnet genutzt gelten üblicherweise Räume wie Heizungsraum oder Waschküche. Ein ausgebauter Hobbyraum mit Parkettboden, eine Einliegerwohnung oder ein Gästezimmer zählen dagegen eher nicht dazu. Eine feste Flächengrenze existiert nicht. Ausschlaggebend sind die möglichen Folgen: Was ginge kaputt, wenn trotz Klappe einmal Wasser eindringt, zum Beispiel weil ein Fremdkörper sie blockiert? Je hochwertiger der Raum, desto eher verlangt die DIN 1986-100 eine Hebeanlage. Das betrifft auch einen nachträglichen Kellerausbau. Durch die geänderte Nutzung kann eine bisher zulässige Rückstauklappe unzulässig werden.

Warum hängt der Typ davon ab, ob das Abwasser Fäkalien enthält?

Für fäkalienfreies Abwasser sind nach DIN 1986-100 die Typen 2, 3, 4 und 5 geeignet. Darunter fällt etwa Wasser aus Dusche oder Waschmaschine. Sobald im Keller ein WC oder Urinal angeschlossen ist, gilt das Abwasser als fäkalienhaltig. Dann muss ein Rückstauverschluss vom Typ 3 mit der Kennzeichnung F eingebaut werden, also eine Ausführung mit fremdenergiebetätigtem Verschluss, der im Rückstaufall aktiv zufährt. Einfache mechanische Doppelklappen kommen für die Keller-Toilette nicht infrage, da Feststoffe ein vollständiges Schließen verhindern können.

Rückstauklappe oder Hebeanlage: der grundlegende Unterschied

Rückstauklappe (Rückstauverschluss)

  • Nur einsetzbar, wenn Gefälle zum Kanal besteht
  • Nur für Räume mit untergeordneter Nutzung
  • Während eines Rückstaus sind die Kellerabläufe gesperrt
  • Wenig Platzbedarf, mechanische Typen ohne Stromanschluss
  • Regelmäßige Eigenkontrolle und Wartung durch Sachkundige erforderlich

Abwasserhebeanlage mit Rückstauschleife

  • Arbeitet auch ohne Gefälle zum Kanal
  • Passend für Wohnräume und hochwertig genutzte Keller
  • Abläufe lassen sich auch bei Rückstau weiter benutzen
  • Braucht Strom, Platz und eine über die Rückstauebene geführte Druckleitung
  • Regelmäßige Wartung gemäß Herstellerangabe und Norm

Die Hebeanlage fängt das Abwasser auf und befördert es über eine Druckleitung, die schleifenförmig über die Rückstauebene verläuft. Ab dort läuft es mit Gefälle weiter. Steigt der Wasserspiegel im Kanal, gelangt das Wasser nicht über diese Schleife zurück. Aus diesem Grund schreibt die Norm die Hebeanlage für hochwertig genutzte Räume vor: Ihre Schutzwirkung ist nicht darauf angewiesen, dass eine Klappe im entscheidenden Augenblick dicht verschließt.

Darf eine Rückstauklappe senkrecht eingebaut werden?

Oft wird gefragt, ob sich die Rückstauklappe auch senkrecht montieren lässt, beispielsweise unmittelbar unter dem Bodenablauf oder in einem Fallrohr. Rückstauverschlüsse der Typen 0 bis 3 sind gemäß DIN EN 13564-1 für waagerechte Leitungen konstruiert. Eine senkrechte Montage ist nicht vorgesehen, es sei denn, der Hersteller erlaubt ausdrücklich eine andere Einbaulage. Dann sind seine Einbauvorgaben exakt einzuhalten.

Weshalb muss die Klappe waagerecht sitzen?

Im normalen Betrieb hebt das abfließende Wasser die Klappen an. Kommt es zum Rückstau, pressen sie der Wasserdruck aus dem Kanal und – abhängig von der Bauart – ihr Eigengewicht oder eine Feder gegen die Dichtung. Dieses Zusammenwirken klappt nur in der dafür vorgesehenen Lage. Ist das Gehäuse senkrecht eingebaut, hängen die Klappen anders in der Strömung. Sie schließen unvollständig oder bleiben halb offen, und Schmutz lagert sich dort ab, wo er normalerweise weggespült würde. Auch ein um die Rohrachse verdrehtes Gehäuse kann die Funktion stören. Beim Einbau wird daher eine Wasserwaage auf das Gehäuse gelegt, und der Pfeil für die Fließrichtung muss in Richtung Kanal weisen.

Was passiert, wenn Fallleitungen aus den oberen Etagen über die Klappe laufen?

Wichtiger noch als die Lage des Bauteils ist, welches Wasser es durchströmt. Laut DIN 1986-100 darf Abwasser von Ablaufstellen oberhalb der Rückstauebene nicht durch einen Rückstauverschluss geleitet werden. Die Begründung: Ist die Klappe wegen Rückstau zu, läuft das Abwasser aus Bad und Küche in Erd- oder Obergeschoss weiter abwärts, findet aber keinen Ausweg mehr. Es sammelt sich vor der geschlossenen Klappe und kommt an der niedrigsten offenen Stelle heraus – im eigenen Keller. Für Regenfallrohre vom Dach gilt dasselbe.

Keine gemeinsame Sicherung für das gesamte Haus
Wird die Klappe in der Grundleitung hinter sämtlichen Anschlüssen eingebaut, sind bei Rückstau auch Bad, Küche und Dachentwässerung abgesperrt. Das Wasser aus den oberen Geschossen kommt dann im Keller heraus.

Bei bestehenden Gebäuden ist es daher oft nötig, die Kellerleitungen von den Fallleitungen zu trennen, damit ausschließlich Abwasser von unterhalb der Rückstauebene den Rückstauverschluss passiert. Häufig liegt der eigentliche Aufwand genau in dieser Trennung und nicht im Bauteil.

Was tun, wenn der Abgang senkrecht nach unten verläuft?

Bodenabläufe sind häufig senkrecht nach unten angeschlossen. Hierfür stehen zwei saubere Lösungen zur Verfügung. Erstens ein Bodenablauf mit eingebautem Rückstauverschluss vom Typ 4 oder 5 nach DIN EN 13564-1, der eigens für diese Situation konstruiert ist. Zweitens lässt sich die Leitung mit Bögen in einen waagerechten Abschnitt umlenken, in dem ein Rückstauverschluss vom Typ 2 oder 3 eingebaut wird. Welche Lösung geeignet ist, richtet sich nach Einbautiefe, vorhandenem Gefälle und danach, ob mehrere Ablaufstellen zusammen gesichert werden sollen. Ein senkrecht in das Ablaufrohr gestecktes Klappenventil ist kein Ersatz für eine normgerechte Ausführung.

Wie läuft ein fachgerechter Einbau Schritt für Schritt ab?

Meist wird ein Rückstauverschluss in die Grundleitung gesetzt, also in die Leitung unter dem Kellerboden oder im Erdreich, die zum Kanal verläuft. Seltener erhält er einen eigenen Schacht außerhalb des Hauses. Die nachfolgende Beschreibung zeigt, wie ein Fachbetrieb arbeitet. So können Sie ein Angebot besser verstehen und kontrollieren, ob an alle Arbeitsschritte gedacht wurde.

Sollte man jede Ablaufstelle einzeln oder alle gemeinsam sichern?

Möglich ist eine Einzelsicherung, etwa ein Bodenablauf mit eigenem Rückstauverschluss. Ebenso können mehrere Kellerabläufe über eine gemeinsame Teilleitung mit nur einem Rückstauverschluss geschützt werden. Einzeln gesicherte Stellen lassen sich häufig leichter warten, und fällt eine aus, ist nur diese betroffen. Eine gemeinsame Sicherung ist sinnvoll, wenn mehrere Abläufe ohnehin zusammengeführt werden und diese Teilleitung kein Wasser von oberhalb der Rückstauebene führt. In jedem Fall muss der Rückstauverschluss zugänglich bleiben.

Einbau eines Rückstauverschlusses in die Grundleitung

  1. Bestandsaufnahme und Klärung der Rückstauebene
    Die Rückstauebene anhand der Satzung oder der Straßenhöhe bestimmen, sämtliche Ablaufstellen im Keller aufnehmen und die Grundleitung per Kamera untersuchen. Dabei wird sichtbar, welche Leitungen Wasser aus höheren Etagen führen, ob das Gefälle ausreicht und ob das Rohr zuvor gereinigt oder saniert werden muss.
  2. Einbaustelle bestimmen und Leitung freilegen
    Den Einbauort so festlegen, dass ausschließlich Kellerabläufe angeschlossen sind und der Revisionsdeckel später zugänglich bleibt. Anschließend den Kellerboden über der Grundleitung öffnen oder eine Baugrube ausheben und das Rohr ausreichend lang freilegen, ohne benachbarte Bereiche zu unterspülen oder zu unterhöhlen.
  3. Rohrabschnitt entfernen und Rückstauverschluss einsetzen
    Das Rohr entsprechend der Baulänge des Bauteils rechtwinklig heraustrennen, die Schnittkanten entgraten und den Rückstauverschluss mit geeigneten Übergangsstücken spannungsfrei einbinden. Der Pfeil weist zum Kanal, das Gehäuse wird mit der Wasserwaage waagerecht ausgerichtet, und Zu- wie Ablauf behalten ihr Gefälle.
  4. Auflagern, Aufsatzstück einstellen, Boden verschließen
    Das Bauteil vollflächig auf verdichtetem Material lagern, damit es nicht absackt. Das Aufsatzstück mit Revisionsdeckel auf die Höhe des Fußbodens bringen und abdichten. Danach den Boden wiederherstellen, ohne den Deckel zu überfliesen oder dauerhaft zuzustellen.
  5. Prüfung, Dokumentation und Einweisung
    Die Funktion von Klappen und Notverschluss testen, die Leitung auf Dichtheit kontrollieren und einen Probelauf mit Wasser durchführen. Sämtliche Ergebnisse werden festgehalten. Der Eigentümer wird eingewiesen, wie der Notverschluss zu bedienen ist und welche Kontrollen ihm selbst obliegen.

Worauf kommt es bei Material und Anschluss an?

In älteren Gebäuden sind Grundleitungen häufig aus Steinzeug oder Guss, in neueren überwiegend aus Kunststoff. Mit passenden Übergangsstücken kann ein Rückstauverschluss an alle üblichen Materialien angeschlossen werden. Außendurchmesser und Wandstärke müssen zum Übergangsstück passen, und die Dichtung darf nicht eingeklemmt werden. Ein verbreiteter Fehler ist eine verspannte Verbindung, weil nicht exakt gemessen und das Rohr in das Bauteil gezwängt wurde. Unmittelbar nach dem Einbau mag das halten, setzt sich der Untergrund, kann sich die Verbindung jedoch lösen und undicht werden. Auch die Nennweite muss stimmen, denn der Querschnitt darf sich in Fließrichtung nicht verringern.

Kann ich die Rückstauklappe selbst einbauen?

Beim normgerechten Einbau liegt die Schwierigkeit weniger in den Handgriffen als in den vorausgehenden Entscheidungen. Ob die Klappe erlaubt ist, welcher Typ vorgeschrieben ist, welche Leitungen getrennt werden müssen und ob das Gefälle genügt, kann man ohne Kamera, Höhenmessung und Erfahrung kaum sicher einschätzen. Hinzu kommen Stemmarbeiten an der Bodenplatte, das Freilegen einer möglicherweise bereits geschädigten Leitung und die abschließende Prüfung.

Vorarbeiten lassen sich gut in Eigenleistung erledigen, zum Beispiel den Keller freiräumen und den Arbeitsbereich zugänglich machen. Planung, Einbau in die Grundleitung und Prüfung sollten jedoch einem Fachbetrieb überlassen werden. Kommt es zu einem Schaden, kann ausschlaggebend sein, dass die Sicherung nachweisbar fachgerecht eingebaut wurde.

Welche vier Prüfungen gehören nach dem Einbau dazu?

Abgeschlossen ist der Einbau eines Rückstauverschlusses erst nach seiner Prüfung. Erkundigen Sie sich, ob die Prüfschritte im Angebot enthalten sind und in welcher Form sie dokumentiert werden.

1. Sicht- und Lageprüfung

Am Anfang steht die Kontrolle dessen, was sichtbar ist. Weist der Pfeil zum Kanal? Ist das Gehäuse waagerecht ausgerichtet? Sind sämtliche Verbindungen spannungsfrei, und öffnet sich der Revisionsdeckel? Genauso wichtig ist der Blick auf die Anschlüsse: Durch den Rückstauverschluss dürfen ausschließlich Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene entwässern. Diese Kontrolle wirkt simpel. Sie bringt aber gerade jene Fehler ans Licht, durch die eine Klappe im Notfall versagt.

2. Funktionsprüfung von Klappen und Notverschluss

Ist der Revisionsdeckel offen, werden die Klappen manuell bewegt. Sie müssen sich leicht bewegen lassen, ganz schließen und dicht auf der Dichtung sitzen. Den Notverschluss schließt und öffnet man mehrfach. Beim Typ 3 wird zusätzlich die Elektrik geprüft: Der Sensor muss den Rückstau registrieren, der Antrieb den Verschluss zufahren und die Warnmeldung ausgelöst werden. Klären Sie außerdem, was bei einem Stromausfall geschieht und ob eine Notstromversorgung oder ein mechanisch schließender Verschluss vorhanden ist.

3. Dichtheitsprüfung der Leitung

Wurde die Grundleitung geöffnet, sind die neuen Verbindungen danach auf Dichtheit zu prüfen. Bei neu verlegten oder veränderten Abschnitten erfolgt dies mit Wasser oder Luft gemäß den einschlägigen Normen, beispielsweise DIN EN 1610. Es ist sinnvoll, bei dieser Gelegenheit gleich die komplette Grundleitung prüfen zu lassen. Eine dichte Klappe bringt wenig, wenn die Leitung davor Risse aufweist, durch die bei Rückstau Wasser in den Boden unter dem Haus gepresst wird. Die Prüfung wird schriftlich festgehalten, und das Protokoll gehört in die Hausunterlagen.

4. Probelauf und Dokumentation

Abschließend wird Wasser in jede angeschlossene Ablaufstelle gegeben. Läuft es rasch ab, ohne sich vor der Klappe zu stauen? Bleibt es am Revisionsdeckel trocken? Danach werden die Bauteildaten und die Prüfergebnisse notiert, am besten ergänzt durch Fotos, bevor der Boden geschlossen wird. Mit diesen Unterlagen wird die spätere Wartung einfacher, und gegenüber der Versicherung helfen sie, falls es darauf ankommt.

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Was ist bei Betrieb und Wartung zu beachten, und welche Fehler kommen häufig vor?

Ablagerungen oder kleine Fremdkörper können die Klappen blockieren, Dichtungen werden mit der Zeit spröde, und ein über Jahre nicht bewegter Notverschluss lässt sich im Notfall womöglich nicht mehr schließen.

Welche Aufgaben hat der Hausbesitzer selbst?

Welche Pflichten der Betreiber hat, regelt DIN 1986-3. Ungefähr einmal im Monat sollte der Hausbesitzer den Notverschluss zu- und wieder aufdrehen, damit er beweglich bleibt. Dabei auf ungewöhnliche Gerüche oder stehendes Wasser achten. Darüber hinaus ist etwa zweimal im Jahr eine Wartung durch einen Sachkundigen vorgesehen. Dieser reinigt die Klappen, kontrolliert die Dichtungen und ersetzt sie bei Bedarf, bei elektrischen Typen prüft er außerdem Sensor, Antrieb und Warnmelder. Vor einem angekündigten Unwetter oder einer längeren Abwesenheit kann der Notverschluss vorsorglich geschlossen werden. Die Kellerabläufe dürfen dann allerdings nicht genutzt werden.

Welche Fehler machen eine Rückstauklappe nutzlos?

  • Klappe hinter den Fallleitungen eingebaut: Bei Rückstau fließt Abwasser aus den oberen Geschossen in den Keller.
  • Revisionsdeckel überfliest, zugestellt oder unter dem Bodenbelag verborgen, sodass sich keine Wartung durchführen lässt.
  • Einfache mechanische Klappe für eine Keller-Toilette anstelle eines Typ 3 mit Kennzeichnung F.
  • Senkrecht oder verdreht montiert, Fließrichtung falsch herum.
  • Keller ausgebaut, die Sicherung jedoch nicht auf die neue Nutzung abgestimmt.
  • Über Jahre ohne Wartung, sodass die Klappe wegen Ablagerungen ständig offen steht.
Praxistipp: Die beiden Wartungstermine im Jahr fest in den Kalender eintragen, etwa einen im Frühjahr vor der Gewittersaison, und das jeweilige Wartungsprotokoll direkt zu den Prüfunterlagen vom Einbau legen.

Wie steht es um die Rückstausicherung in Zwenkau und Umgebung?

In Zwenkau und den Nachbarorten gibt es Häuser mit ganz unterschiedlicher Baugeschichte. Bei älteren Gebäuden hat sich die Entwässerung oft über viele Jahrzehnte entwickelt, und Keller-, Fall- und Regenwasserleitungen münden in eine gemeinsame Grundleitung. In neueren Häusern wurde der Rückstauschutz meist schon bei der Planung berücksichtigt, entspricht aber nicht immer der späteren Kellernutzung. Bei Starkregen sind die Kanäle rasch ausgelastet, und mangelhafte Sicherungen machen sich gerade dann bemerkbar.

Technische Rohrreinigung GmbH arbeitet seit 1992 als regionaler Handwerksbetrieb im Leipziger Raum. In der Regel beginnt alles mit einer Kanal-TV-Inspektion der Grundleitung. Anschließend wird die Rückstauebene bestimmt und eine geeignete Lösung empfohlen: Rückstauklappe, Hebeanlage oder eine Kombination für unterschiedliche Ablaufstellen. Der Betrieb ist Mitglied im VDRK und führt das Gütezeichen Kanalbau (RAL). Die fachliche Verantwortung trägt Geschäftsführer Milo Wonneberger. Ist der Keller schon überflutet, steht der Notdienst rund um die Uhr zur Verfügung.

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